Studien zu Literatur und Religion / Studies on Literature and Religion8- Religionspolitik und politische Religion in Japan und Europa

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In der neueren Debatte um das Wechselverhältnis von Religion und Politik hat Japan bislang keine Rolle gespielt; Mit dem Aufstieg zur Kolonialmacht und der Erhebung des Shintoismus zur Staatsreligion stellte es die Denkmuster europäischer Überlegenheit infrage. Die aktuellen Debatten um Religion als Medium gesellschaftlicher Kohärenz erweitert dieser Band um den japanischen Polytheismus. Nur in Japan gelang ohne vorherige Kolonisierung und unter Beibehaltung der polytheistischen Tradition die Transformation zu einer demokratischen Industriegesellschaft, so dass der Shintō dem westlichen Monotheismus auf Augenhöhe zu begegnen und festverwurzelte Urteile über die gesellschaftliche Bedeutung von Religion zu korrigieren vermag. – Einer Einführung in die japanische…

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In der neueren Debatte um das Wechselverhältnis von Religion und Politik hat Japan bislang keine Rolle gespielt; Mit dem Aufstieg zur Kolonialmacht und der Erhebung des Shintoismus zur Staatsreligion stellte es die Denkmuster europäischer Überlegenheit infrage.

Die aktuellen Debatten um Religion als Medium gesellschaftlicher Kohärenz erweitert dieser Band um den japanischen Polytheismus. Nur in Japan gelang ohne vorherige Kolonisierung und unter Beibehaltung der polytheistischen Tradition die Transformation zu einer demokratischen Industriegesellschaft, so dass der Shintō dem westlichen Monotheismus auf Augenhöhe zu begegnen und festverwurzelte Urteile über die gesellschaftliche Bedeutung von Religion zu korrigieren vermag. – Einer Einführung in die japanische Religiosität und einer Kritik soziologischer und anthropologischer Ansätze zur Deutung polytheistischer Religionen folgen vergleichende Beiträge von Religionshistorikern, Japanologen und Literaturwissenschaftlern.

In der neueren Debatte um das Wechselverhältnis von Religion und Politik hat Japan bislang keine Rolle gespielt; zu Unrecht, wie der vorliegende Band zeigt. Japan dürfte das einzige Land mit polytheistisch geprägter Kultur sein, das dem Imperialismus erfolgreich Widerstand entgegensetzte. Mit dem Aufstieg zur Kolonialmacht und der Erhebung des Shintoismus zur Staatsreligion stellte es die Denkmuster europäischer Überlegenheit infrage. Die polytheistische Religion sollte in diesem Transformationsprozess die historische Kontinuität des neuen Staates verbürgen. Dabei stimmen die rhetorischen Strategien überraschend genau mit dem Rückgriff der deutschen Romantik auf vermeintliche ‚Ursprünge‘ überein. Religiöse Symbolsprachen sind interpretationsoffen gegenüber politischen Deutungen, auch quer zur Unterscheidung von poly- und monotheistischen Religionen. Dies zeigt der Band in fünf Fallstudien von Germanisten und Japanologen.

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